Eine verleumderische Google-Bewertung kann existenzbedrohend sein. Betroffene Unternehmer stehen dem jedoch nicht hilflos gegenüber. Es gibt effektive juristische und technische Wege, um rufschädigende Rezensionen dauerhaft löschen zu lassen.
Rechtlicher Hintergrund:
Wann liegt eine Verleumdung vor?
Nicht jede negative Kritik ist rechtswidrig. Die Grenze zwischen einer unliebsamen Meinungsäußerung und einer strafbaren Verleumdung ist präzise definiert. Eine Meinungsäußerung ist geschützt, solange sie subjektive Wertungen enthält („Das Essen hat mir nicht geschmeckt“).
Eine Verleumdung nach § 187 StGB liegt vor, wenn jemand wider besseres Wissen eine unwahre Tatsachenbehauptung über einen anderen aufstellt, die geeignet ist, diesen verächtlich zu machen oder dessen Kredit zu gefährden. Der Verfasser weiß, dass seine Behauptung falsch ist, verbreitet sie aber dennoch, um dem Unternehmen gezielt zu schaden (z. B. die erfundene Behauptung, in einer Küche liefen Ratten herum).
Häufig geht dies Hand in Hand mit der üblen Nachrede (§ 186 StGB). Zudem verstoßen solche Rezensionen eklatant gegen die Google-Richtlinien für nutzergenerierte Inhalte, die gefälschte Inhalte und Belästigungen strikt untersagen.
Wer eine verleumderische Bewertung entdeckt, sollte besonnen, aber konsequent handeln:
1. Beweissicherung: Sichern Sie die Bewertung sofort per Screenshot. Dokumentieren Sie den Accountnamen, den genauen Wortlaut, das Datum und die URL der Bewertung. Täter löschen oder verändern Inhalte oft, wenn rechtlicher Druck entsteht.
2. Kundenstatus prüfen: Prüfen Sie anhand Ihrer Kundenkartei, ob der Rezensent jemals in geschäftlichem Kontakt mit Ihnen stand. Handelt es sich um eine Fake-Bewertung ohne echten Kundenkontakt, fehlt der Rezension die rechtliche Grundlage.
3. Google-Prüfverfahren einleiten: Klicken Sie neben der Bewertung auf die drei Punkte und wählen Sie „Rezension melden“. Nutzen Sie zusätzlich das offizielle Google-Formular für Rechtsverstöße. Beschreiben Sie im Rahmen des Notice-and-Take-Down-Verfahrens genau, warum die Bewertung rechtswidrig ist (z. B. fehlender Kundenkontakt, unwahre Tatsachen). Google ist als Host-Provider ab Kenntnisnahme zur Prüfung verpflichtet.
4. Prüfung abwarten: Google fordert den Verfasser meist auf, den Kundenkontakt binnen 7 bis 14 Tagen nachzuweisen. Reagiert dieser nicht, wird die Bewertung gelöscht.
Der Gang zum Rechtsanwalt
Google lehnt Meldungen von Laien oft standardisiert ab. Ein spezialisierter Anwalt für IT-Recht erhöht die Erfolgsquote drastisch. Ein juristisches Reputationsschreiben erhöht den Druck auf Google massiv (Störerhaftung). Zudem kann ein Anwalt strafrechtlich gegen den Verfasser vorgehen und zivilrechtliche Ansprüche wie Unterlassung und Schadensersatz durchsetzen.
Fazit
Verleumdungen im Netz sind eine Straftat. Durch die Kombination aus Google-Richtlinien und deutschem Recht lassen sich geschäftsschädigende Fake-Bewertungen mit der richtigen Strategie erfolgreich entfernen.
